iTunes in der Cloud – ein erstes Fazit

Seit ein paar Wochen ist iTunes Match endlich auch in Deutschland verfügbar.

Funktion

Die Sache funktioniert folgendermaßen: iTunes analysiert die Mediathek und entscheidet, welche Titel bereits im iTunes Store vorhanden sind. Alle anderen Titel werden einmalig hochgeladen, was je nach Anzahl der Songs und Bandbreite der Internetleitung einige Tage in Anspruch nehmen kann. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, steht die gesamte Library auf bis zu 5 Geräten zur Verfügung und zwar vollständig. Einzige Einschränkung: ein Rechner muss die Mastermediathek beherbergen. Nur hier können beispielsweise MP3s importiert werden, die dann wieder über obigen Mechanismus analysiert und im Zweifel in die iCloud geladen werden.

Das Ganze hat einen weiteren Vorteil: vor zehn Jahren erstelle MP3s in mangelhafter Qualität, die iTunes Match im iTunesStore wiederfindet, können kostenfrei in qualitativ hochwertige AACs umgewandelt und beliebig oft auf den angemeldeten Geräten heruntergeladen werden. Wie das geht, beschreibt Erik.

Gekaufte Artikel stehen sofort auf allen Geräten zur Verfügung.

In der Praxis

Wie oben bereits beschrieben, kann der initiale Prozess eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Hier war ich überrascht, dass Match lediglich 60% meiner Library im Store identifizieren konnte. Den Rest musste ich hochladen – eine Geduldssache.

Wenn das durchgestanden ist, beginnt der Spaß. Die Masterlibrary wohnt auf unserem iMac. Die Mediathek auf meinem MacBook Air habe ich zurückgesetzt und meine AppleID eingeklimpert. Schwups … alle Songs und Playlisten am Start. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich keine Musikdatei auf dem Rechner, und nun gibt es zwei Möglichkeiten Musik zu hören. Entweder, man streamt die Musik direkt aus dem Internet (hierzu werden keine Dateien lokal abgespeichert), oder man macht eine Kopie des Songs oder eines gesamten Albums lokal auf dem Gerät verfügbar. Dies habe ich in folgendem Beispiel mit dem Song “Die Geschichte des O” der Fantas getan.




Das Album habe ich vor vielen Jahren als MP3 gerippt, in schlechter Bitrate. iTunes stellt mir nun das File als 256 kBit/s AAC zur Verfügung und ich kann es auch ohne Internetverbindung auf dem Gerät abspielen.




Auf den iOS Geräten läuft die Sache ähnlich: Nachdem Umstellen auf iTunes Match kann man entweder alle verfügbaren oder alle lokalen Songs anzeigen lassen.

Musik kann nun wahlweise (auch über 3G) gestreamt oder lokal vorgehalten werden. Einzelne Songs, ganze Alben, Playlisten, etc. Und ja, das funktioniert auch auf der Autobahn über das Interface des Autos.

Was fehlt

Mir fehlt lediglich die Möglichkeit, meine Library einer anderen Apple ID freizugeben. So könnte ich die Beats pflegen und Heike hätte auch immer den gleichen Stand auf ihren Geräten. Das würde aktuell nur dann gehen, wenn wir uns eine AppleID teilen würden.

Wenn wir die Sache zu Ende spinnen, soll das auch bitte noch für Videos funktionieren. Ich bin mir über die technischen Barrieren hierbei durchaus im Klaren … aber das wird kommen.

Kosten

Der Spaß kostet 24,99 € im Jahr. Wenn man das Abo nicht verlängert, kann man auf seine Mediathek nicht mehr online zugreifen. Man sollte also sicherstellen, dass man auf einem Rechner alle Songs lokal verfügbar hält.

Fazit

Bis auf die Einschränkung mit dem Freigeben tut der Dienst genau das, was ich immer wollte: alle Songs in der Tasche haben, ohne sinnlos Speicherplatz zu vergeuden.

Go for it!

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