Gentoo – First Contact

Ja, während der letzten Tage hatte ich die ein oder andere Minute Zeit um mir ein paar neue Schandtaten auszudenken.

Ich habe mich für die genauere Betrachtung von Gentoo entschieden.

Auch in meinen Augen schien Gentoo immer ein Bastelsystem, verbunden mit irrsinningen Wartezeiten, zu sein. ABER: Weg mit den Vorturteilen und ran ans Gerät.

Leider liegt mir keine Spare-Platte vor, so habe ich mich für eine Testinstallation in einer VM auf meinem Laptop (Pentium M 1.5) entschieden.

So, wo fängt man an, wenn man keine Ahnung hat? Hier! Es gibt eine sehr detaillierte und verständliche Step-by-Step Anleitung.

Zuerst muss die Entscheidung über das Installationsmedium getroffen werden: Mini-Bootimage (58 MB), oder Installations-CD mit den grundlegenden Dateien (600 MB). Ersteres langt, booten, toll!

1, 2 oder 3? Dies beschreibt die einzelnen Installations-Stages. In Stage 1 wird wirklich ALLES selbst übersetzt (incl glibc etc). Ganz so Hardcore muss es dann doch nicht sein, Stage 3 langt.

Von nun an ist alles recht trivial. Partitionieren der Platte mit fdisk, mounten der Filesysteme, Kopieren des Basisimages (Stage 3) und abschließend chrooten in das neue System. Nun können die Kernel-Sourcen (Netzanbindung vorausgesetzt) „emerged“ werden. Kernel bauen, Root-Passwort setzen, einige Tools emergen (cron, syslog, VIM(!!!) etc), grub konfigurieren und dann kann schon rebootet werden.

Mit etwas Glück hat man bereits ein lauffähiges Mini-Gentoo.

Nun wird die Geduld des Installateurs auf die Probe gestellt: sämtliche benötigte Software wird auf den lokalen Rechner gezogen und gegen das laufende System gebaut. Bei einigen Komponenten mag das unkritisch sein – versuch jedoch mal ein X samt KDE zu emergen.
(gaah) Da kann man schonmal die Beherrschung verlieren, wenn nach 48 Stunden immernoch die Compile-Zeilen über den Bildschirm huschen. Aber auch dieses Übel kann man minimieren: Das Zauberwort heißt distcc.

Für mein Semi-Produktiv-System (PIII 800) hat sich da folgender Aufbau bewährt:

  • auf diese Maschine MUSS ein KDE
  • geschätzte Bauzeit mit dem Prozessor -> 36- 48 Stunden (no)
  • Laptop mit rechenstarkem Pentium M steht idelnd daneben (XP-Client)

Was tun? In einer VM auf dem Laptop ein Mini-Gentoo hochziehen und distcc konfigurieren. Wenn nun größere Brocken auf dem PIII zu bauen sind, wird lediglich die VM hochgefahren und der Prozessor kann mit allem was er hat mitrechnen. Das bringt gefühlt eine Beschleunigung um Faktor drei bis vier. Genau Werte folgen, wenn KDE fertig gebaut ist! 😉

Erster Gesamteindruck:

  • Gentoo ist nix für Leute mit wenig Geduld
  • DistCC reißts ein Stück weit raus
  • Wenn man keinen Spaß am Basteln hat -> Finger weg!

Weitere Eindrücke folgen!

Tags: , , ,