Wer bist Du, was tust Du und warum reist Du?
Hallo, mein Name ist Julian Hein, ich bin 36 Jahre, verheiratet aber kinderlos und lebe in Nürnberg. In meiner Freizeit schaue ich gerne US Fernsehserien im Originalton und reise möglichst viel durch die Welt. Während der Arbeitszeit beschäftige ich mit dem Einsatz von Open Source Software im Rechenzentrum als Geschäftsführer bei der NETWAYS GmbH. Zur Zeit nehme ich aber eine 9 monatige Auszeit und mache zusammen mit meiner Frau eine 1/2-Weltreise: Über Russland, China und Südostasien soll es bis nach Australien gehen.
Online bin ich dreigeteilt: Privat bloge ich unter jhein.de (@jhein), die Reiseerlebnisse unter longtimeout.com (@lto2011) und beruflich unter blog.netways.de (@netways)
Wie ist Dein Travel Setup?
Bevorzugtes Transportmittel
Da bin ich eigentlich leidenschaftslos und benutze alle Verkehrsmittel, mal vom Bus abgesehen, gleich gerne. Es muss eben zum Ziel passen. In Deutschland fahre ich meistens mit der Bahn, weil man da bei der Hinfahrt gut arbeiten und bei der Rückfahrt einen Film kucken kann. Ausserdem kommt man meistens gleich mitten in der Stadt an und muss nicht mehr lange mit dem Taxi durch die Gegend fahren. Längere Strecken, wie HAM oder BER fliege ich natürlich. Mit dem Auto fahre ich nur wenn es nicht anders geht oder es auf der Strecke wenig Tempolimits gibt.
Zu Terminen im Ausland oder im Urlaub fliege ich in der Regel, weil es ja meistens gar nicht anders geht. Wobei wir gerade mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Peking gefahren sind. Und das ist kurzweiliger als man denkt.
Ich fliege, wenn es sich machen lässt, mit der Star Alliance, weil ich da die Meilen sammle. Seit ich aber einmal in der Business Class von Singapur Airlines mitfliegen durfte, macht alles andere leider nicht mehr so viel Spaß. Aber da ich meine Flüge privat und beruflich aus der eigenen Tasche bezahlen muss, wirds dann eben doch meistens Economy.
Lieblingsflughafen
Ich habe keinen wirklichen Lieblingsflughafen. Als Abflughafen liegt NUE vor der Tür, das macht ihn sympathisch, aber MUC ist sicher schöner und angenehmer zu bereisen. Dafür kommt man mit dem ÖPNV schlecht hin und muss horrende Parkgebühren in Kauf nehmen. FRA ist ein ganz guter Kompromiss, weil die Anreise mit dem Zug recht bequem ist.
Lieblingsgepäck
Wahrscheinlich bin ich einer der weniger Männer, der versteht warum Frauen so viele Schuhe brauchen. Ich habe nämlich das gleiche Problem mit Koffer und Taschen und werde wohl in der nächsten Wohnung einen begehbaren Taschenschrank einrichten müssen. Aber das hat natürlich einen Grund: Da es den idealen Koffer nicht gibt, braucht man eben je nach Zweck der Reise spezielles Equipment. Ist doch logisch, oder? Im Moment habe ich hauptsächlich folgendes in Benutzung:
Aktuell sind wir mit dem Rucksack unterwegs. Da ist das Hauptkriterium ja Tragekomfort und ich habe mich deswegen für einen Fjäll Räven Kajka mit 75 Litern entschieden. Er sieht ausserdem ganz gut aus und bietet alle Features die ich brauche. Zum Fliegen verpacke ich den im dazu passenden Flight- und Raincase. Das Ding hat in den ersten 6 Monaten unserer Tour auch alle Herausforderungen gut gemeistert. Nur in China haben sie ihn mal etwas grober angefasst, so dass ich einen der Gurte wieder annähen lassen musste.
Für die klassischen Urlaubsreisen und alles was länger ist, habe ich das komplette Kofferset Work von Mandarina Duck und im Gegensatz zu meiner Frau war ich so schlau das in schwarz zu nehmen. Damit bin ich eigentlich recht zufrieden. Die Dinger sind nicht zu schwer, sehr stabil, haben ein gutes Fassungsvermögen und sehen auch nach mehreren Jahren immer noch gut aus. Das ich auch alle dazu passenden Taschen und Rucksäcke habe, versteht sich von selbst.
Für die kürzeren Geschäftsreisen habe ich einen Eagle Creek Tarmac Plus One Trolley. Das besondere daran ist, dass er aus einem Trolley mit abnehmbaren Rucksack besteht und bei den Airlines noch als Handgepäck durchgeht. So hat man nur ein einziges Gepäckstück dabei und muss nicht am Band warten. Tagsüber bleibt der Koffer im Hotel und mit dem Rucksack kann man die Stadt erkunden, aber auch zum Kunden gehen. Und da es zwei getrennte Taschen sind, quellen einem auch nicht die Unterhosen raus, wenn man eigentlich nur das Netzteil sucht. Inzwischen gibt es mit dem Switchback Max einen würdigen Nachfolger, bei dem man auch den Haupttrolley in einen Rucksack verwandeln kann. Auf den habe ich schon ein Auge geworfen.
Travel Essentials
MacBook Air & iPhone
Laut meiner Frau bin ich internetsüchtig. Das ist natürlich Quatsch, aber ohne MacBook Air 11″ und iPhone kann ich nicht aus dem Haus. Wie soll ich sonst Facebook, Foursquare und Twitter updaten und – wie war das Wort? – äh arbeiten? Aber ohne Spass, gerade ohne iPhone kann ich mir das Reisen fast nicht mehr vorstellen, denn es gibt so viele Apps die ich andauernd benutze: Die Weltzeituhr, die Karten App, Foursquare als eine Art Tagebuch, die Kamera, Dropbox für den mobilen Zugriff auf meine Daten, Instamapper als GPS Logger und vor allem Tripit als Reiseplanungstool. iPad habe ich zwar eines, aber da das Air auch nur minimal größer ist, hat das keine wirkliche Mitnahmebrechtigung auf Reisen mehr.
Stromadapter und Mehrfachstecker
Naja das ist ein No-Brainer, aber fürs Ausland leider unverzichtbar. Als Adapter nutze ich den Swiss Travel Adapter, weil der einfach alle Länder in einem kleinen Gehäuse bietet und man nichts zu Hause vergessen kann. Als Mehrfachstecker zur Versorgung der ganzen Elektronik habe ich mir inzwischen eine eigene platzsparende Lösung gebaut, die ich noch zum Patent anmelden werde. Vorkasse-Bestellungen kann ich aber schon entgegen nehmen.
Amazon Kindle
Auch wenn ich das mit den E-Books noch nicht wirklich gut gelöst finde, sind sie auf Reisen für mich schon jetzt ohne Alternative. Da ich, zumindest im Urlaub, gerne, viel und schnell lese, müsste ich pro Woche mindestens drei Bücher mitnehmen. In gedruckter Form geht das bei einem normalen zweiwöchigen Urlaub vielleicht noch, aber auf der Weltreise müsste ich an die 100 Bücher einpacken, denn hier in Asien bekommt man nur sehr wenige englische oder deutsche Bücher. Und die Beschaffung ist natürlich auch viel einfacher. Nur mit dem Kindle komme ich so einfach an neue Bücher und kann 5 Minuten nach der Bestellung mit dem Lesen anfangen.
Reiseuhr
Extra für die Weltreise habe ich mir eine passende Uhr in Japan bestellt, die ich nicht mehr missen möchte. Die Seiko SBPG001, zeigt zwei Zeitzonen gleichzeitig an. Ich muss aber gar nicht wissen, wie die aktuelle Zeitverschiebung ist, sondern blättere nur durch eine Liste von Städten. Die Uhr kennt automatisch die richtige Zeit. Daneben bietet sie Funksynchronisierung auf der halben Welt und benötigt dank Solarzellen niemals neue Batterien. Praktisch ist auch, dass man zwischen zwei Zeitzonen einfach hin und herschalten kann. Wenn man in den Flieger steigt wechselt man mit einem Klick in die Zone des Zielflughafens. Wirklich easy.
Was bleibt in Zukunft zu Hause?
Nicht bewährt, zumindest in Kombination mit dem Rucksack, haben sich die ganzen Packbeutel und -Säcke. Alles direkt rein ist ordentlicher, man hat weniger leere Zwischenräume und kommt auch an alles viel besser ran. Auch alle Gadgets zum Thema Sicherheit, wie Geldkatzen oder Stahlseile für den Rucksack haben wir schon aussortiert. Das braucht kein Mensch, schließlich kann immer einer von uns beiden aufpassen. Vorsicht auch bei Funktionskleidung: Mag die Genitalbelüftung beim Kauf noch nach einem sinnvollen Feature klingen, wenn die Hose bekackt aussieht, wird man sie auch in Thailand nicht anziehen. Daher einfach Sachen mitnehmen, die man auch zu Hause schon gut fand und gerne angezogen hat. Was in Deutschland bei 30 Grad funktioniert, passt in Asien auch.
Tipps & Tricks
Vorher Checklisten machen
Jedes Mal, wenn ich die Tür zu mache, habe ich Angst, dass ich etwas megawichtiges vergessen habe. Es gibt ja bekanntermaßen im Ausland nichts zu kaufen. Daher habe ich mir als Gegenmassnahme inzwischen ein ausgeklügeltes System an Checklisten gebaut. Sollte ich wirklich mal etwas zu Hause gelassen haben, schreibe ich es umgehend auf die Checkliste, damit mir das in Zukunft nicht noch einmal passiert. Die Listen helfen mir auch weniger zu packen. Wenn ich von einer Reise zurückkomme und von den 12 mitgenommenen Polo Shirts nur 4 getragen habe, passe ich die Mengen ebenfalls für die Zukunft an. Bei der nächsten Reise nehm ich zwar wieder 12 Polos mit, weiss aber dann schon vorher dass es zu viele sind.
Infos sammeln
Neben den Checklisten, schreibe ich mir auch sonst alles mögliche auf über die Städte oder Regionen in denen ich war oder noch fahren werde. So habe ich vor Ort oder beim nächsten Besuch alle Infos zur Hand. Im Laufe der Zeit hat sich so eine ganz nette Sammlung an weltweiten Hotels, Restaurants, Shops und Kontaktadressen angesammelt, die ich in Evernote abspeichere. So kann ich das am Rechner gut editieren und auch unterwegs mit dem iPhone prima darauf zugreifen.
Meilen sammeln
Auch wenn das immer etwas belächelt wird macht das für mich Sinn und ich habe – ohne ein einziges Zeitschriftenabo abschliessen zu müssen – schon die Meilen für eine RTW Ticket in Business Class oder zwei Mal USA in First zusammen. Am einfachsten geht das, wenn man es macht wie unser (Ex-)Bundespräsident und eine Miles and More Kreditkarte hat. Zum einen bekommt man damit für jeden ausgegebenen Euro eine Meile gutgeschrieben und zum anderen verfallen die Meilen nicht, wie sonst, nach 2 Jahren. Versteht sich von selbst, dass ich deswegen auch in der Firma möglichst viele Zahlungen durch meine Kreditkarte schleuse, wenn es nix extra kostet. Spannend sind auch die Meilen-Kauf-Aktionen von US Airways. Dort kann man des öfteren Meilen besonders günstig erwerben und dann in der kompletten Star Alliance einsetzen. Mit einem guten Timing kommt man so für 2.000 EUR in der First nach Asien und zurück.
Sonstige Tipps
Mit den Kreditkarten von Comdirect oder der DKB kann man im Ausland kostenlos Bargeld abheben. Ich hole überall, wo ich länger als 3 Tage bin, eine lokale Prepaid SIM Karte mit mobilem Internet, defintiv günstiger als Roaming. Gegen Ohrentzündungen im Urlaub gibt es ein einfaches Gegenmittel und ein Backup unsere Bilder machen wir per Dropbox.
Deine nächste Reise?
Wir stecken ja gerade noch mitten drinnen. Aktuell sind wir auf Phuket in Thailand und als nächstes geht es Richtung Bangkok weiter. Danach werden wir wahrscheinlich noch ein bisschen in SOA bleiben und dann vielleicht nach Australien weiter tingeln. Die genaue Route steht aber noch nicht fest. Aus erster Hand erfahrt Ihr aber alles in unserem Reiseblog.








